Leben/Meinung / Umbau der Ladeelektronik alter DECT-Telefone für höheren Ladestrom

In meiner Werkstatt betreibe ich ein Zweier-Set von DECT-Telefonen. Ich nutze sie zum Testen von anderen Telefonen und Telefonanlagen.

Diese Telefone haben schon über ein Jahrzehnt hinter sich, auch bin ich nicht der erste Besitzer dieser Geräte. Damals waren Akkus mit 200mAh Gang und Gebe, heutzutage sind ganz Kapazitäten angesagt. Die Original-Akkus haben mittlerweile auch den Geist aufgegeben, also brauchte ich etwas neues.
1000mAh wären meine Vorgabe gewesen, allerdings war durch die Ladeelektronik der Telefone gar nicht an diese Dimensionen zu denken. Zwar werden die Akkus geladen, allerdings wird die volle Ladung erst nach über 24 Stunden errreicht. Unter Werkstatt-Bedingungen ist das also nicht so wirklich praxistauglich.

Die Alternative, die Akkus im seperaten Ladegerät mit Energie zu füttern, war als Übergangslösung in Ordnung. Auf Dauer ist das aber sehr nervtötend. Also habe ich beschlossen, die Telefone wieder einmal auseinanderzunehmen und die Ladeelektronik umzubauen.



Der reine Laststromkreis zwischen den Ladekontakten und dem Akkufach war sehr einfach aufgebaut. Lediglich zwei Widerstände zur Strombegrenzung, dazu ein PNP-Transistor als SMD-Variante.
Ein Blick aufs Oszilloskop zeigte, was ich schon vermutet habe. Der Transistor dient dazu, den Ladestrom zu regeln. Was mich jedoch erstaunte war, dass hier sogar das Pulsladeverfahren angewendet wird. Auch die Erhaltungsladung arbeitet sauber.

Der Ladestrom der Schaltung war äußerst gering, selbst für die Original-Akkus kam er mir klein vor. Die neuen vertragen wesentlich mehr.

Da ich anhand der Beschriftung nicht genau herausfinden konnte, um was für einen Transistor es sich genau handelt, muss ich ihn auslöten und nachmessen. Und danach im Sammelsorium wühlen, um einen passenden Ersatz zu finden. Auch die zwei Widerstände habe ich ausgetauscht, schließch sollte der Strom nach oben.

Natürlich war auf der Platine kein Platz für das TO92-Gehäuse des neuen Transistors. Der musste also verdrahtet irgendwo anders im Telefon verschwinden. Für etwas mehr Sicherheit habe ich noch eine Temperatursicherung dazwischen gepackt, die jetzt direkt im Akkufach sitzt.



In der Basisstation musste ich recht wenig ändern. Lediglich ein Festspannungsregler musste gegen einen mit höherer Strombelastbarkeit weichen. Selbst das Netzteil gab genug Leistung her.
Die Telefone laden jetzt innerhalb vom etwa drei Stunden. Dabei werden sie auch lediglich leicht warm, die höchste gemessene Temperatur betrug 26°C.